Arche Noah
Gustav Doré


Teil I: Der Gottlosen Ende ist Noahs Neubeginn

1. Tatsache: Milliarden Gottlose sterben im Gericht
2. Gnade im Gericht: Acht Seelen überleben

Teil II: Noahs Wandel mit Gott - Ausharren

3. Seine Wüstenerfahrung - mehr als 40 Tage
4. Gott denkt an uns, auch wenn wir ihn nicht hören

Teil III: Die Erlösung, der Ausweg, die Rettung

5. Das Warten lohnt sich
6. Die Zusage(n) Gottes
 



Sintflut und Neuschöpfung: Ausharren zum Neuen Leben

Tatsache: Milliarden Gottlose sterben im Gericht


Die Bibel ist kein Märchenbuch. Weder Weihnachten noch Ostern sind erfunden, unsere Feste beruhen auf geschichtlichen Tatsachen. Jesus Christus der Sohn Gottes kam in diese Welt, ist am Kreuz gestorben und nach drei Tagen wieder auferstanden. Das sind Tatsachen.

Und genauso eine Tatsache ist die weltweite Sintflut, sie ist wirklich passiert. Noah gab es wirklich, und er hatte eine echte Arche gebaut. Eine realistische Darstellung sehen wir hier:

Arche Darstellung


Was denkt die Welt, wenn sie Geschichten von der Sintflut hört? Was für Bilder haben die Menschen vor Augen? Was für eine Arche, wieviel Wasser und wie viele Tote?

Wie viele Menschen haben damals gelebt? Fand die Flut nach der Bibel ca. 1650 Jahre nach der Schöpfung statt und hat sich die Bevölkerungszahl (wie heute) alle 50 Jahre verdoppelt, dann lebten ca. 8,5 Mrd Menschen auf der Erde. Hat sich die Zahl der Menschen alle 40 Jahre verdoppelt, hätten es sogar 2.200 Mrd Menschen gewesen sein müssen, unvorstellbar.

Und alle waren gottlos! Können wir uns das vorstellen? Wie hatte Noah das wohl ausgehalten, unter den vielen gottlosen Spöttern? Er hatte ihnen gepredigt, aber keiner hat gehört. Und trotzdem war Noah, lesen wir, „untadelig unter seinen Zeitgenossen; Noah wandelte mit Gott.“ (6:9) Er hatte keine Ausreden: „Das machen alle so“; „Das ist die heutige Zeit.“ 

Wir kennen die Gottlosigkeit von heute. Menschen glauben nicht an Gott, oder sie betreiben Götzendienst. Sie bewerten sich selbst und das Vergnügen höher als den Gottesdienst. Die Unmoral schreitet voran, dazu die soziale Ungerechtigkeit. Und alles wird salonfähig, indem es durch den Fernseher in unser Wohnzimmer transportiert und die Kinder in den Schulen geprägt werden. Die Geschichte von damals ist uns heute eine Warnung:

Gott verschonte die alte Welt nicht, sondern nur Noah, den Verkündiger der Gerechtigkeit, „…als er die Sintflut über die Welt der Gottlosen brachte, und auch die Städte Sodom und Gomorra einäscherte … womit er sie künftigen Gottlosen zum warnenden Beispiel setzte.“ - 2. Petrus 2:5f.

Wie Gott die Welt damals nicht verschonte, wird er die heutige Welt auch nicht verschonen. Wir sind in derselben Situation Noahs, darüber haben wir beim letzten Mal gesprochen.

Gnade im Gericht: Acht Seelen überleben

Der Sintflutbericht überliefert uns die Strafe Gottes, ist aber auch eine Geschichte von der Rettung Noahs und seiner Familie. Dass Gott an Noah denkt und ihm einen Weg zur Rettung bereitet, steht im Mittelpunkt der Geschichte. Es ist das Mittelthema einer Chiasmus-Struktur. Haben wir bereits über das Gericht gesprochen, wollen wir heute die Gnade und Rettung hervorheben. Milliarden gottloser Spötter, und doch erhält Gott den Menschen!

„Da gedachte Gott an Noah.“ (1. Mose 8:1) Konnte Noah das von Gott erwarten?

Die erste Frage: Hatte Noah sich seine Rettung verdient? War er kein Sünder, hatte er nie gesündigt? Nein, die Bibel sagt dass wir alle sündig sind, auch Noah. Nach der Sintflut war er „betrunken und entblößte sich“ lesen wir. Noah war ebenso Mensch der gefallenen Schöpfung, er wurde außerhalb des Garten Eden geboren. Im Unterschied zu den anderen wusste er um seine Sünde und brachte Gott Opfer dar, lesen wir später. Aber auch die Opfer waren nicht zum Verdienst, sondern Glaubensgehorsam im Blick auf die Gnade Gottes in Jesus Christus. Und so lesen wir: „Noah aber fand Gnade in den Augen des Herrn.“ (1. Mose 6:8)

Es ist allein Gnade, kein Verdienst!

Die zweite Frage: Was sind acht Seelen im Vergleich zu Milliarden von Menschen? Wenn alle so gottlos waren, hatte Gott dann den Blick frei für eine solch kleine Familie? Wenn die ganze Erde „mit Frevel erfüllt“ (6:13) war, macht Noah dann überhaupt einen Unterschied?

Offensichtlich, denn Gott gedachte ja an ihn. Noah war ihm wertvoll genug. Der HERR schaut auf jeden einzelnen! Gottes Herz und seine Augen sind groß genug, den Noah zu sehen. Und seine Augen sind heute noch dieselben! Im Neuen Testament steht,

„Verkauft man nicht zwei Sperlinge um einen Groschen? Und doch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.“

- Matthäus 10:29-31

„Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Groschen? Und nicht ein einziger von ihnen ist vor Gott vergessen. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.“

- Lukas 12:6f.

Kein Sperling fällt auf die Erde ohne den Vater. Nicht einmal der fünfte, der umsonst gegeben wird. (2 Sperlinge für 1 Groschen; 5 Sperlinge = 2 Groschen für 4, plus 1 Sperling gratis)

Der Mensch ist mehr wert als viele Sperlinge. Sogar seine Haare sind gezählt und auch von ihnen fällt keins auf die Erde ohne den Vater. Gott weiß alles, er sieht alles und er hält uns in seiner Hand, wir dürfen geborgen sein bei ihm genau wie Noah damals!

Gott denkt an jeden von uns!!

Dem Gottlosen gedenkt er zum Gericht, dem Gottesfürchtigen aber zur Rettung. Was der einen Verderben ist, bedeutet der anderen Neubeginn: Eine Welt ohne Gottlosigkeit. Kein Unglaube mehr, keine Ungerechtigkeit, keine Unmoral, keine Verfolgung, kein Krieg...

Was Noah damals erlebt hat, werden wir analog erleben. Führen wir uns dieses Bild klar vor Augen: Eine komplett überflutete Erde, darauf eine klitzekleine Arche. Milliarden Gottlose ertrinken, aber acht (!) für wert geachtete Seelen dürfen leben. Das ist Gnade!

Noahs Wüstenerfahrung - mehr als 40 Tage

„Da gedachte Gott an Noah.“ (1. Mose 8:1) Ob Noah das wohl wusste?

Gott hat ihn nicht vergessen, auch wenn er schon lange nicht mehr zu Noah gesprochen hat. Zuvor befahl er Noah, eine Arche zu bauen. Danach, er solle hineingehen in die Arche. Das aber ist schon einige Monate her. Ganz sicher hatte Noah Anfechtungen, nicht nur beim Bau der Arche sondern auch in der Arche zur Zeit der Flut, allein mit seiner Familie und umgeben von nichts als nur Wasser. Es vergingen Monate, aber Noah wartete geduldig und blieb in der sicheren Arche. Schauen wir uns die Chronologie der Flut an:


Zweimal begegnen uns hier die symbolträchtigen 40 Tage. Auch Jesus war 40 Tage in der Wüste und wurde dort versucht. Vor ihm war Mose solange auf dem Berg Sinai und fastete.

Nach 40 Tagen auf dem Berg Ararat ließ Noah einmal einen Raben und dreimal eine Taube fliegen um zu sehen, ob die Erde trocken war. Nach der letzten Taube wartete Noah immer noch etwa drei Monate darauf, dass Gott zu ihm sprach. Und schließlich, nach insgesamt 378 Tagen, sprach Gott wieder zu ihm und Noah und seine Familie waren erlöst.

Zwischen Gottes Gedenken und seinem Reden lag eine für menschliche Verhältnisse relativ lange Zeitspanne. Wahrscheinlich ist es oft so, dass wir denken, Gott habe uns vergessen oder er sieht uns nicht mehr, z.B. weil er nicht mehr (deutlich) zu uns redet.

Gott denkt an uns, auch wenn wir ihn nicht hören

„Ich kenne deine Werke und deine Bemühung und dein standhaftes Ausharren.“

- Offenbarung 2:2

In allen sieben Sendschreiben sagt Gott den Gemeinden: „Ich kenne deine Werke.“ Die Gemeinden wissen es vielleicht nicht, aber Gott sieht sie und das, was sie tun, ihre Bemühung und das Ausharren. Und so auch bei uns, er kennt uns durch und durch und weiß, wie wir leben und ob wir Gott treu sind. Er kennt unsere Kämpfe und die Einsamkeit.

Gott weiß...

„Siehe, ich wirke Neues, jetzt sproßt es hervor; solltet ihr es nicht wissen?“ - Jesaja 43:19

Das war die Jahreslosung in 2007. Seitdem ist viel passiert in unserem Leben und in der Stadtmission. Heute sehen wir klarer, aber damals konnten wir noch nichts Neues erkennen.

Gottes Uhren laufen anders. Gerade heute sind die Menschen ungeduldig, die Zeit wird immer hektischer und jeder will den schnellen Erfolg und die schnelle Lösung seines Problems. Es fällt den Menschen immer schwerer zu warten, zu leiden und auszuharren. Alles ist kurzfristig geworden und jeder will sein Stück vom Kuchen, bevor er von anderen aufgegessen wird.

Nachdem Paulus auf seiner Missionsreise gesteinigt wurde, lehrte er die Jünger und ermahnte sie, „unbeirrt im Glauben zu bleiben, und sagte ihnen, daß wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen.“ (Apg 14:22) Wir werden in Deutschland nicht gesteinigt und auch nicht wirklich verfolgt, aber jeder hat seine eigenen Bedrängnisse.

Gleichzeitig haben wir die Zusage, dass Gott uns nicht mehr auferlegt als wir tragen können:

„Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so daß ihr sie ertragen könnt.“ - 1.Korinther 10:13


Das Warten lohnt sich

Noah aus der Arche


Noahs Ausgang aus der Arche kam nach 378 Tagen. Schauen wir einfach auf das Bild und stellen wir uns vor, wie es wohl gewesen sein muss. Was eine Freude, was ein Privileg! Plötzlich gehört die ganze Welt dem Noah und seiner Familie. Die Tiere verlassen die Arche und springen in die Felder. Es blüht neu, es ist eine echte Neuschöpfung.

Gott hatte seine Schöpfung zum Teil wieder rückgängig gemacht, indem er das Land durch Wasser wieder vernichtet hat. Nun gingen die Wasser wieder zurück und Gott brachte das Land neu hervor. Und erneut erging Gottes Gebot an die Menschen, sie sollen fruchtbar sein und sich mehren: „Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde!“ (1 Mose 9:1.7; vgl. 1:28) Auch wir, die Gerechten, werden „das Land erben.“ (4x in Psalm 37)

Das Warten lohnt sich also!

Die Zusage(n) Gottes

Gott hält die ganze Welt in seiner Hand, wir kennen das Kinderlied. Und so ist es wirklich, er erhält seine Schöpfung wie er will. Er kann sie auch vernichten wie er will, z.B. wie er es durch die Sintflut getan hat. Aber er verspricht Noah, es wird keine Sintflut mehr geben:

„Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, obwohl das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an; auch will ich künftig nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie ich es getan habe.

Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht.“ - 1 Mose 8:21b-22

Gott schließt seinen Bund mit Noah, und Er gedenkt seiner Bündnisse. Er vergisst niemals was er sagt. Schon vor der Flut sprach Gott zu Noah, „mit dir will ich meinen Bund aufrichten.“ (1. Mose 6:18) Und nun hält Gott, was Er dem Noah damals verheißen hat. Zeichen des Bundes ist der Regenbogen, den wir bis heute sehen dürfen.

Den Regenbogen finden wir auch in der Vision Hesekiels:

„Oben auf dem Gebilde des Thrones aber saß eine Gestalt, anzusehen wie ein Mensch. Ich sah auch etwas wie Goldschimmer, wie das Aussehen eines Feuers inwendig ringsum; von der Erscheinung seiner Lenden nach oben hin und von der Erscheinung seiner Lenden nach unten hin sah ich wie das Aussehen eines Feuers, und ein Glanz war rings um ihn her. Wie der Bogen aussieht, der an einem Regentag in den Wolken erscheint, so war auch der Glanz ringsum anzusehen. So war das Aussehen der Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn. Als ich sie sah, fiel ich auf mein Angesicht...“ - Hesekiel 1:26b-28; vgl. Offb 4:3;10:1

Das hebräische Wort für Bogen (keschet) wird auch für einen Kriegsbogen verwendet. Damit ist der Regenbogen – bis heute – Zeichen für die Gegenwart eines herrlichen, starken, aber auch gnädigen Gottes.

Später hat Gott den Menschen den Neuen Bund in Jesus Christus verheißen. Und an Weihnachten begann die Erfüllung dieser Zusage, der versprochene Retter kam in die Welt. Auch die Opferriten aus dem Alten Testament weisen schon auf Jesus Christus hin.

„Alles hat seinen Bestand in ihm (Jesus Christus).“ - Kolosser 1:17

Es ist Jesus Christus, der die ganze Welt in der Hand hält. Er kam an Weihnachten in die Welt und starb am Kreuz zu Ostern, um unsere Sünden zu tilgen. In ihm haben wir unsere Arche, die Rettung vor dem kommenden Gericht. Und durch ihn werden wir „das Land erben.“

Es wird herrlich sein!

Zusammenfassung: Die Sintflut als Prophetie

Wir haben die vier Kapitel 6-9 aus dem ersten Buch Mose gelesen. Es ist die Geschichte vom Gericht über die Gottlosen und von der Gnade über Noah. Noah bedeutet „Tröster“. Sein Vater Lamech sprach: „Der wird uns trösten über unsere Arbeit und die Mühe unserer Hände, die von dem Erdboden herrührt, den der HERR verflucht hat!“ (1 Mo 5:29)

Der Trost ist damals in der Neuschöpfung in Erfüllung gegangen. Im Bund mit Noah sprach der Herr, trotz der Bosheit der Menschen will er den Erdboden nicht mehr verfluchen und Saat und Ernte sollen für den Rest dieser - irdischen - Menschheit nicht mehr aufhören. Damit tröstet Gott den Menschen durch Noah.

In Zukunft, nach dem Endgericht, wird dieser Trost (auch: Ruhe) vollkommen sein. Die Geschichte von der Sintflut ist eine prophetische Schau auf diese unsere wunderbare Zukunft. Halten wir also fest an den biblischen Verheißungen und freuen wir uns auf den kommenden Neubeginn, das ewige Leben. Nehmen wir uns Noah zum Vorbild und Harren wir auf den Herrn. Schauen wir auf den Regenbogen und erinnern wir uns an die Zusagen Gottes.

Das Warten lohnt sich!

Amen.

 

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