Gustav Doré


Teil I: Israels Leben in Ägypten
  1. Unterdrückung und Mord
  2. Seufzen und Geschrei (zu Gott)
Teil II: Israels Sieg durch Gottes Plagen
  1. Die Zehn Plagen im Einzelnen
  2. Der Herr macht einen Unterschied
Teil III: Israels Geschichte als Prophetie
  1. Die Plagen in der Offenbarung
  2. Der Herr macht einen Unterschied

 
Die Zehn Plagen: Gott unterscheidet in seinem Zorn

Lesen wir den Text: 2. Mose 7:1-7
 
Gott sendet Mose und Aaron zum Pharao, denn Gott hat Großes vor in Ägypten. Durch viele Zeichen und Wunder will Gott gegen Ägypten kämpfen und sein Volk Israel „durch große Gerichte aus dem Land Ägypten führen.“ Mose und Aaron sollen zum Pharao reden, was Gott ihnen sagt, damit der Pharao „die Kinder Israels aus seinem Land ziehen lassen soll.“
 
Gott will gegen Ägypten kämpfen. Er will Ägypten schlagen. Können wir uns das heute vorstellen? Passt das zu unserem Gottesbild? Oder glauben wir an den „lieben Gott“? Wir alle kennen Jesus, den Demütigen und Sanftmütigen, der nicht gekommen ist, um zu richten, sondern um zu retten. Aber kennen wir auch den dreieinigen Gott, den Heiligen, den Gerechten, den Ewigen, kennen wir den ganzen Ratschluss Gottes? Verstehen wir die Botschaft des Neuen Testaments, das Evangelium, vor dem Hintergrund des Alten?
 

Teil I:  Israels Leben in Ägypten
 
Um besser zu verstehen, warum Gott das Land Ägypten schlagen will, müssen wir uns die damalige Lebenssituation der Israeliten in Ägypten anschauen. Warum lebten die Israeliten überhaupt in Ägypten? Es fing an mit Joseph, der von seinen Brüdern verkauft und durch Gottes Führung Herrscher in Ägypten wurde. Während einer Hungersnot versorgte dann Joseph seine Brüder und die ganze Familie. Im ägyptischen Gebiet Gosen durften sie sich niederlassen und an diesem Ort wurde aus der Familie ein großes Volk Israel.
 
„Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Joseph wusste.“ So beginnt das zweite Buch Mose. Für diesen König waren die Israeliten nur noch eine fremde Bedrohung. Er wollte sie unterdrücken, damit sie nicht noch zahlreicher werden. Sklavenarbeit sollte sie davon abhalten, weitere Familien zu gründen und noch mehr Kinder großzuziehen. Schwere Zwangsarbeit wurde ihnen auferlegt, Sklaventreiber mit Peitschen standen hinter ihnen. Es war schlimmer als in heutigen Gefängnissen, man zwang sie mit Gewalt zu harter Arbeit. Vielleicht kann man das mit den kommunistischen Arbeitslagern vergleichen. Dort werden Menschen ausgebeutet, um für das Land zu schuften und es aufzubauen. „Und sie bauten dem Pharao die Vorratsstädte Pitom und Ramses.“ (2.Mose 1:11) Sie waren Bauarbeiter und Feldarbeiter und mussten ihre Vorgaben erfüllen, dazu von früh morgens bis spät abends arbeiten. Aus heutigen Straflagern hört man, die Menschen arbeiten bis zu 16 Stunden und bekommen nur ganz wenig zu essen. In Korea haben wir Gastarbeiter aus Sri Lanka oder den Philippinen kennengelernt, die haben für etwa 800 EUR Monatslohn 7 Tage in der Woche gearbeitet, 12 Stunden am Tag. Für Familie blieb da keine Zeit.
 
Die Sklaverei war schon schlimm genug, das war aber nicht alles. Es kam sogar zum Völkermord. Der neue Pharao wies die hebräischen (!) Hebammen dazu an, alle männlichen Babys vom Volk Israel gleich nach der Geburt zu töten. Stellt euch das vor, ihr sollt euer eigenes Volk töten, die Neugeborenen eurer Freunde und vielleicht sogar Verwandten. Diejenigen, die für die Geburt neues Lebens zuständig waren, sollten nun den Tod bringen. Die größte Sorge von Hebammen ist, dass die Neugeborenen gesund zur Welt kommen, und nun sollen sie – auf Befehl des Pharao – durch ihre Hand sterben. Was ist das für ein grausamer Pharao, der so etwas anordnet? Und was denkt Gott darüber?
 
Die Hebammen widersetzten sich dem Befehl, weil sie Gott fürchteten. „Du sollst nicht töten“ heißt das sechste Gebot und die Frauen kannten den Willen Gottes. Gott segnete sie dafür.
 
Da gebot der Pharao seinem ganzen Volk und sprach: Werft alle Söhne, die ihnen geboren werden, in den Nil; aber alle Töchter laßt leben!“ (2.Mose 1:22)
 
Was war das für eine schreckliche Zeit in Ägypten? Ein König ruft zum Völkermord auf. Das ganze Volk Ägypten wird zum Mörder. Das Volk Israel sollte vernichtet werden – keine Söhne mehr, also auch keine Familien und keine Nachkommen mehr. Das war der kriegerische, mörderische und teuflische Plan des Pharaos. Und was denkt Gott wohl darüber?
 
Wie sehr hat das Volk Israel gelitten! „Und die Kinder Israels seufzten über ihre Knechtschaft und schrieen. Und ihr Geschrei über ihre Knechtschaft kam vor Gott.“ (2.Mose 2:23)
 
Man kann nicht sagen, dass die Israeliten tatsächlich zu Gott beteten. In Hesekiel 20:8 wird Israel gepredigt: „Und die Götzen Ägyptens gaben sie nicht auf.“ Israel hatte sich dem religiösen Leben in Ägypten angepasst und ihren Gott verlassen. Sie haben Götzen angebetet, die Sonne und den Pharao, den vielen ägyptischen Mythen geglaubt, der Vielgötterei. Und trotzdem kam ihr „Geschrei über ihre Knechtschaft“ vor Gott. Der treue Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs hatte alles gesehen und gehört, und nun sendet er Mose und Aaron, um Ägypten zu schlagen, Israel zu befreien und in der Wüste sein Volk zu erziehen.
 
Auch heute gibt es Unterdrücker und Unterdrückte, Sklaven und Sklaventreiber, Mörder und Ermordete. Denken wir an die Zwangslager, die Kriege, Terroranschläge, Entführungen, kapitalistische Ausbeutung, Vergewaltigungen, Zwangsprostitution und die vielen Abtreibungen. In Deutschland werden ca. 200.000 Babys pro Jahr abgetrieben, das sind 550 Kinder pro Tag, das sind ca. 7 Kindergärten – jeden Tag! Es gibt einen Film, in dem gezeigt wird, wie sich das Baby im Mutterleib gegen seine Abtreibung wehrt: „Der stumme Schrei“ heißt dieser Film. Viel Leiden und viel, viel „Geschrei“ kommt auch heute noch vor Gott, vielleicht mehr als damals in Ägypten. Gott sieht und hört alles und wir lesen, dass Gott nicht egal ist, was in dieser Welt geschieht.

 
Teil II: Israels Sieg durch Gottes Plagen
 
Gott ist es nicht egal, wie es seinem Volk Israel ergeht. Er sieht, hört und reagiert auf das „Geschrei“ seines Volkes. Er erbarmt sich über die Unterdrückten und ist zornig gegen die Unterdrücker. Gott ist zornig auf Ägypten. So zornig, dass er Plagen sendet. Wirkliche Plagen, wirkliche Katastrophen, historische Ereignisse, die den Menschen richtig weh getan und für viele Krankheit, Armut, Hunger und auch den Tod gebracht haben. Das ganze Land wurde geschlagen.
 
„Ich will meine Hand an Ägypten legen und mein Heer, mein Volk, die Kinder Israels, durch große Gerichte aus dem Land Ägypten führen.“ (2.Mose 7:4)

Die erste Plage Der Nil wird zu Blut, die Fische sterben und stinken
Die zweite Plage Frösche überall, die Frösche sterben und stinken
Die dritte Plage Mücken überall, die kamen über Menschen und Vieh
Die vierte Plage Hundsfliegen*, das Land wurde von ihnen verseucht
Die fünfte Plage Viehseuche, alles Vieh auf dem Feld (V.3) stirbt (und stinkt)
Die sechste Plage Geschwüre, an Menschen und Vieh, (Haut-)Milzbrand
Die siebte Plage Hagel, Donner, Blitze, alles auf dem Feld starb
Die achte Plage Heuschrecken, fressen den Überrest an Vegetation
Die neunte Plage Drei Tage Finsternis, keiner konnte sehen und sich bewegen
Die zehnte Plage Alle Erstgeburt in Ägypten stirbt

*sehr kleine, blutsaugende Insekten, die unrein machten und Krankheiten übertrugen
 
[Die ersten neun Plagen richten sich jeweils gegen einen ägyptischen Götzen (John MacArthur Studienbibel, S.134). Der Nil galt als „heiliges Gewässer“, der Frosch galt als „heiliges Abbild“ einer Göttin und wurde von den Ägyptern als Amulett getragen, es gab einen „Insekten-Gott“, die „Schlupfwespe“ wurde verehrt, auch der Stier und die Kuh wurden verehrt usw.]
 
Stellen wir uns das vor. Zuerst Blut statt Wasser, die Fische sterben, das Land stinkt. Dann Frösche – im Kochtopf, Backofen, im Bett. Wie soll man da schlafen? Die Frösche sterben, es stinkt noch mehr. Dann kommen Mücken, die stechen und nerven. Wieder folternder Schlafentzug. Als nächstes kommen kleine Fliegen, die sind überall, man isst und trinkt sie mit. Dann ist das Vieh verseucht und stirbt. Wieder ist der Tod zu spüren und zu riechen. Dann geht es ans eigene Leben. Geschwüre am eigenen Körper, es eitert und schmerzt. Als nächstes Hagel. Wer auf die Warnung nicht hört und auf dem Feld bleibt, der muss sterben. Es donnert und blitzt, die Menschen in den Häusern fürchten sich. Dann Heuschrecken. Was die Seuchen und der Hagel übrig gelassen haben, das fressen nun die Heuschrecken auf. Und so kommt der Tod schleichend, durch die kommende Hungersnot. Die nahe Zukunft wird weggefressen, es ist zum Heulen. Neuntens, drei Tage völlige Finsternis, wie wir sie uns heute gar nicht mehr vorstellen können. Man sieht sprichwörtlich die Hand vor Augen nicht. Wahrscheinlich dachten die Menschen, sie seien lebendig begraben. Wem sinkt da nicht der Mut, in einer solchen Lebenssituation? Aber der Pharao ließ die Israeliten immer noch nicht ziehen. Also schlug Gott die Erstgeborenen in Ägypten, auch den Sohn des Pharao. Wenn die Eltern sterben, stirbt die Vergangenheit. Wenn aber die Kinder sterben, stirbt die Zukunft...
 
Weil die Ägypter Götzen anbeteten und die Israeliten misshandelten und töteten, wurde Gott zornig gegen sie und sandte Plagen. Ägypten stand wirklich „geschlagen“ vor dem Untergang. (Das ist sogar archäologisch bestätigt, danach fielen die Hyksos ins geschwächte Land Ägypten ein.) Es ist tatsächlich ein Wunder, dass es heute das Land Ägypten überhaupt noch gibt. Und Gott sagt das auch: „Ich hätte meine Hand schon ausstrecken und dich und dein Volk mit der Pest schlagen können, daß du von der Erde vertilgt worden wärst.“ (2.Mose 9:15) In allem war Gott sogar noch gnädig und gab Zeit zur Buße, aber der Pharao wollte nicht, denn Gott hatte ihn bereits gerichtet und sein Herz verstockt. Und so sollten alle in Ägypten sehen und „erfahren, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Hand über Ägypten ausstrecke und die Kinder Israels herausführe aus ihrer Mitte.“ (2.Mose 7:5)
 
Gott schlug die Ägypter, um die Israeliten herauszuführen aus ihrer Mitte. Gott richtete die einen, um die anderen zu retten. Sehen wir, dass Gott einen Unterschied macht?
 
Gott ist gerecht und vollkommen. Er handelt nicht in blinder Wut und schlägt alles kurz und klein. Er tötet und richtet nicht willkürlich. Er unterscheidet zwischen dem Volk des Pharao und seinem eigenen Volk, zwischen 'deinem Volk' und 'meinem Volk'. Die Plagen richten sich gegen die Ägypter, nicht gegen die Israeliten. Die erste Plage betrifft 'alle Ägypter' (7:24), die zweite 'dein Volk' (7:28). Die dritte und vierte Plage betrifft 'das ganze Land Ägypten' (8:13.20), zur vierten Plage steht ausdrücklich: „Im Land Gosen, wo mein Volk wohnt, sollen keine Hundsfliegen sein, damit du erkennst, daß ich, der Herr, inmitten des Landes bin. So will ich ein Zeichen der Erlösung setzen zwischen meinem und deinem Volk.“ (2.Mose 8:18f.)
 
Die fünfte Plage tötet das Vieh der Ägypter, „aber von dem Vieh der Kinder Israels starb kein einziges.“ (2.Mose 9:6) Die sechste Plage: „Die Geschwüre waren an den Zauberern ebenso wie an allen anderen Ägyptern.“ (2.Mose 9:11) Vor der siebten Plage, dem Hagel, warnte Gott die Menschen: „Laß dein Vieh und alles, was du auf dem Feld hast, in Sicherheit bringen.“ (2.Mose 9:19) Wer also Gott fürchtete, blieb verschont, auch wenn sie Ägypter waren! Die Heuschrecken kamen über das 'ganze Land Ägypten' (10:14) genauso wie die Finsternis (10:22). „Aber alle Kinder Israels hatten Licht in ihren Wohnungen.“ (2.Mose 10:23) Die zehnte Plage, der Tod der Erstgeborenen, ging an denen vorüber, die ein Lamm geschlachtet und das Blut an ihre Türpfosten gestrichen haben (2.Mose 12:13) - ein Bild für das vergossene Blut am Kreuz und die Rettung in Jesus Christus.
 
Gott macht einen Unterschied. Auch heute erleben wir das. Eine Missionarin erzählt von der aktuellen Ebola-Seuche in Westafrika, dass Christen verschont geblieben sind. Schamanen haben es gesehen und kommen nun freiwillig in den Gottesdienst, um Gott zu suchen und Jesus kennenzulernen. Ein aktueller Tatsachenbericht aus einem fernen Land.
 
„Die Augen des Herrn sind überall, sie erspähen die Bösen und die Guten.“ (Sprüche 15:3) Das ist für den einen eine Bedrohung, für den anderen ist es ein großer Trost. Gott sieht alle Dinge, sowohl den Täter als auch das Opfer. Und den Christen ruft Gott zu: „Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gibt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.«“ (Römer 12:19) Wir sollen vergeben, Gott wird rächen. Vergebung ist vor allem der Verzicht auf die eigene Rache.
 
In der Trauma-Seelsorge ist das die beste Botschaft. Wer großes Leid und Ungerechtigkeit erfahren hat, dem ist nicht damit geholfen, dass wir sagen, er/sie solle einfach vergeben, weil es so geschrieben steht. Gott sieht, Gott weiß, Gott kennt deinen Schmerz, und er schaut nicht einfach tatenlos zu. Wenn die Menschen sich nicht bekehren und Gott ernsthaft um Vergebung bitten, wird Gott sich an den Menschen rächen. Nicht wir sollen uns rächen, Gott wird es für uns tun. So können wir vergeben und sogar für unsere Feinde beten.
 
Gott ist gütig und barmherzig. Aber er ist auch zornig. Nicht willkürlich, sondern gerecht. Er macht einen Unterschied zwischen den Menschen. Gott sieht, hört und handelt.
 
 
Teil III: Israels Geschichte als Prophetie
 
Von Gottes Zeichen und Wundern in Ägypten zu predigen, ist uns heute noch geboten:
 
„Da sprach der Herr zu Mose: Geh zum Pharao, denn ich habe sein Herz und das Herz seiner Knechte verstockt, damit ich diese meine Zeichen unter ihnen tue, und damit du vor den Ohren deiner Kinder und Kindeskinder verkündigst, was ich in Ägypten gewirkt und wie ich meine Zeichen unter ihnen vollführt habe, damit ihr erkennt, daß ich der Herr bin.“
- 2.Mose 10:1f.
 
„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“ - 2.Timotheus 3:16
 
Alle Schrift. Der ganze „Ratschluß Gottes“. (Apg 20:27) Und besonders die zentralen historischen Ereignisse in der biblischen Heilsgeschichte. So beginnen die 10 Gebote: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ (2.Mose 20:2f.) Die Befreiung geschah nicht nur damals mit dem Volk Israel, sondern geschieht auch heute noch mit der Gemeinde und mit jedem Christen persönlich. Gott befreit uns aus der Knechtschaft der Sünde. „Ich elender Mensch. Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?“, fragt Paulus in Römer 7:24, und schreibt dann: „Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ (V.25) Gott ist dein Gott, der dich aus der Knechtschaft der Sünde herausgeführt hat, nicht selten auch durch Zeichen und Wunder.
 
Wir lesen über die Zehn Plagen und lernen über das Wesen Gottes und über seinen Weg, wie er mit den Menschen handelt. „Fragt nach dem Herrn und nach seiner Macht, sucht sein Angesicht allezeit! Gedenkt an seine Wunder, die er getan hat, an seine Zeichen und die Urteile seines Mundes.“ (Psalm 105:4f; vgl. Psalm 105:23-38) Denkt an die Zehn Plagen!
 
Gott ist kein Hampelmann, kein zahmer Hund, kein großmütiger Opa. „Der Herr ist langsam zum Zorn und groß an Gnade; er vergibt Schuld und Übertretungen, obgleich er keineswegs ungestraft läßt...“ (4.Mose 14:18; vgl. 2.Mose 34:6f.) Gott ist gnädig, er ist auch zornig und strafend. Die Zehn Plagen – Tod, Schmerz, Seuchen, Finsternis – kommen von demselben Gott, der die Welt zuvor auch durch die Sintflut gerichtet hat, der die Assyrer, die Babylonier, die Römer gebraucht hat, um sein Volk Israel zu strafen und zu erziehen.

Und es ist derselbe Gott, der seinen einzigen Sohn Jesus Christus in diese Welt gesandt hat, um die Strafe für die Sünde zu tragen. Seinen ganzen Zorn über die Sünde – den wir hier sehen – hat Gott der Vater am Kreuz auf seinen Sohn Jesus Christus gelegt, damit jeder, der an ihn glaubt, gerettet ist. Wer an Jesus Christus glaubt, wird nicht gerichtet. Das ist der große Unterschied heute – zwischen Christen und Nicht-Christen: „Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Johannes 3:36)
 
Wenn Jesus Christus den Zorn für die Sünde nicht auf sich nimmt, bleibt dieser Zorn auf dem Menschen. Dann muss dieser Mensch die Strafe tragen, das ist der ewige Tod. Auch Plagen, die er vorher noch erleben wird. Über die kommenden Plagen lesen wir in Offenbarung 16:

Die erste Zornschale Schmerzhafte Geschwüre an den Menschen – Milzbrand?
Die zweite Zornschale Das Meer wird zu Blut, alles Leben im Meer stirbt (und stinkt)
Die dritte Zornschale Die Flüsse und Quellen werden zu Blut (alles stirbt und stinkt)
       
„Und ich hörte den Engel der Gewässer sagen: Gerecht bist du, o Herr, der du bist und warst und der Heilige bist, daß du so gerichtet hast! Denn das Blut der Heiligen und Propheten haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; denn sie verdienen es!“
- Offenbarung 16:5f.

Die vierte Zornschale Menschen werden „versengt“ durch die Hitze der Sonne
Die fünfte Zornschale In Finsternis erleiden die Menschen ihre Schmerzen
Die sechste Zornschale Der Euphrat trocknet aus, Dämonen (gleich Fröschen)
Die siebte Zornschale Donner, Blitze, Erdbeben, Hagel (Menschen sterben)

Die Zehn Plagen in Ägypten betreffen zwar die Vergangenheit, deuten aber auch prophetisch auf die Zukunft hin. Wir kennen das auch von dem Sintflutbericht, der prophetisch auf das kommende Feuergericht hindeutet. (2.Petrus 3:3-10) Die Bibel ist voll von Gerichtsankündigungen und Warnungen. Und dann wird es ganz genau so sein wie damals: Wer auf die Warnungen hört und zu Jesus Christus flieht, der wird gerettet. Wer nicht auf die Warnungen hört, der wird für immer und ewig verdammt werden und verloren gehen.
 
Jesus selbst hat solche Warnungen ausgesprochen und uns Menschen eine schlimme Zeit vorhergesagt. Gleichzeitig spricht er den Christen Trost zu: „Erschreckt nicht! Sorgt nicht!“ (Markus 13:7.11) Wenn wir heute auf die Zehn Plagen schauen, können wir hinzufügen: Gott unterscheidet in seinem Zorn zwischen uns Christen und den anderen, zwischen den Bußfertigen und den Unbußfertigen, zwischen denen, die "Ja" zu Jesus sagen und denen, die ihn ablehnen. Diese Welt ist böse und wir Christen leben in dieser Welt, aber wir werden nicht gerichtet. Gott macht einen Unterschied.
 
Ebola, Aids, Hungersnöte, Erdbeben, Tsunamis, Kriege, der Islamische Staat (der sehr vielen Muslimen genauso Leid bringt wie den Christen!) - Gott ist Herr der Geschichte. Gott sieht, hört und handelt. Gott richtet, aber nicht uns Christen. Gottes Strafe für unsere Sünden liegt auf Jesus Christus. Das ist die gute Botschaft für alle, die Gott fürchten und Jesus gehören. Allen anderen soll das Wort von den Zehn Plagen eine große Warnung sein!
 
 
Zusammenfassung
 
Gott ist heilig und gerecht. Er richtet, z.B. durch Plagen. Aber er richtet nicht alle und auch nicht alle gleich, sondern unterscheidet zwischen den Menschen.

Rettung vor dem Zorn Gottes ist allein in Jesus Christus zu finden. Damit ist die Predigt Warnung für die Gottlosen und Trost für die Christen.

Amen.


PREDIGT-SERVICE


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