Gustav Doré


Teil I: Die Geschichte von Isaak und seiner Familie
  1. Isaak und Rebekka – Eheprobleme
  2. Esau und Jakob – echte Sorgenkinder
  3. Isaaks Enkel – die zwölf Stämme Israels
Teil II: Was wir aus der Geschichte lernen
  1. Die Bibel ist Wahrheit, kein Märchenbuch
  2. Die Bibel ist wie ein Spiegel unserer Natur
  3. Die Bibel erzählt von der Größe und Gnade Gottes

 
Isaaks Nachkommen: Eine gesegnete Familie

Der Gott der Bibel ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Diese drei sind unsere Glaubensväter und es ist gut, ihre Geschichte zu kennen. Über Abrahams Glaubensgehorsam haben wir gehört, und beim letzten Mal haben wir über Esau und Jakob gesprochen. Heute versuchen wir, die ganze Familiengeschichte – offen und ehrlich – zu betrachten. Wir fangen bei Isaak an und geben einen Überblick bis hin zu Isaaks Enkeln. Zuerst hören wir die Geschichte, dann lernen wir daraus.
 
Teil I: Die Geschichte von Isaak und seiner Familie
 
Die Eheprobleme von Isaak und Rebekka
 
Es fing eigentlich gut an. Abraham sandte seinen Knecht, um für seinen Sohn Isaak eine Frau zu finden. Sie hatten gebetet und Gott hat die Rebekka geschenkt. (1.Mose 24) Zurecht ist die Geschichte vielen Christen bis heute Vorbild.

„Haus und Besitz erbt man von den Vätern, aber eine verständige Ehefrau kommt von dem Herrn.“ (Sprüche 19:14) Viel Reichtum hat der Isaak von Abraham erben können, aber eine Frau konnte der Abraham ihm nicht bieten. Die kam von Gott.
 
Wie die Frau, so kommen auch die Kinder von Gott. „Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, die Leibesfrucht ist eine Belohnung.“ (Psalm 127:3) Kinder sind ein Segen. Das merkt man spätestens dann, wenn man gerne Kinder haben möchte, aber einfach keine bekommt. Dann bleibt nur das Gebet und die Gnade Gottes. Wir haben kein Recht auf Kinder, doch Gott schenkt das Wunder der Geburt. Und so war es auch bei Rebekka. Sie war unfruchtbar, aber Isaak hatte gebetet und sie bekam die Zwillinge Esau und Jakob. (1.Mose 25:21)
 
Mit den Kindern kamen auch Schwierigkeiten. Schon mit der Ehe wird es schwieriger. Paulus sagt, wer verheiratet ist sorgt sich darum, „wie er der Frau gefällt.“ (1.Kor 7:33) Nun kommen Kinder dazu und die Eltern sorgen sich, wie sie den Kindern gefallen. Ganz schlimm wird es, wenn wir in der Liebe unterscheiden und das eine Kind lieber haben als das andere.
 
Eben so war es bei Isaak und Rebekka: „Isaak hatte den Esau lieb, weil ihm das Wildbret mundete; Rebekka aber hatte den Jakob lieb.“ (1.Mose 25:28) Das führte dazu, dass Rebekka den Jakob dazu anleitete, seinen Vater und den Bruder zu betrügen. Hat Jakob noch Sorgen, sich vor seinem Vater als Esau auszugeben, sagt seine Mutter ihm zweimal (1.Mose 27:8.13): „Gehorche mir“ und betrüge, damit Du den Segen bekommst und nicht Esau.
 
In der Bibel steht über die Ehe, „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.“ (1.Mose 2:24)

Als Mann und Frau sind wir in der Ehe eine Einheit. Wenn wir in der Ehe nicht eins sind und das vielleicht auch nicht wollen, dann hätten wir uns vorher überlegen müssen, besser erst gar nicht zu heiraten. Bevor wir heiraten sollten wir uns überlegen, was die Ehe eigentlich bedeutet und wie Gott sie gewollt hat. Und wenn wir in der Liebe und Erziehung nicht eins sind, dann leiden unsere Kinder.
 
Esau und Jakob – echte Sorgenkinder
 
Die Uneinigkeit zwischen den Eltern Isaak und Rebekka überträgt sich auf die Kinder Esau und Jakob. Mutter bzw. Vater haben den einen mehr lieb als den anderen, und schließlich überlistet der eine Zwilling den anderen. Und was macht der betrogene Esau? Er sagt sich, „Ich warte bis mein Vater gestorben ist und dann töte ich Jakob.“ (nach 1.Mose 27:41) Das hört die Mutter, und Jakob flieht vor Esau zu seinem Onkel Laban.
 
Stellen wir uns das heute vor. Stellen wir uns vor, wir haben Zwillingssöhne. Der eine betrügt mich als Vater und der andere will ihn daraufhin umbringen, so dass der Betrüger zu meinem Schwager flieht. Was sind das für Verhältnisse! Und nicht nur das, sondern die Geschichte von Lug und der Betrug geht noch weiter...
 
Bei Laban angekommen, arbeitet Jakob bei ihm 20 Jahre lang als Hirte, „14 Jahre um deine beiden Töchter und sechs Jahre um deine Schafe, und du hast mir meinen Lohn zehnmal verändert.“ (1.Mose 31:41) Laban betrügt also den Jakob, aber Jakob auch den Laban. Er forderte als Lohn aus der Herde „nur“ die gefleckten und gesprenkelten Tiere aber hat gleichzeitig dafür gesorgt, dass diese Tiere viel Nachwuchs bekamen und nicht Labans Tiere.
 
Durch List und Untreue also wurde Jakob reich und schließlich flieht er mit seinem Besitz weg von seinem Onkel Laban zurück in seine Heimat. Dort muss er aber immer noch um sein Leben fürchten, wenn er seinem Bruder Esau begegnet. Ob er ihn noch töten will?
 
Jakob hat Angst vor Esau doch Gott sagt ihm, „Ich will mit dir sein!“ (1.Mose 31:3) In seiner Not betet Jakob zu Gott (32:10-13), er begegnet ihm sogar und ringt mit Gott (32:25-33), und schließlich steht Esau vor ihm, „umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn; und sie weinten.“ (33:4) Die Versöhnung zwischen Esau und Jakob ist ein Wunder Gottes. Eine Geschichte von Neid, Betrug und Hass endet im brüderlichen Frieden, den Gott schenkt.
 
In diesem Frieden trennen sich die Wege der Brüder. Jakob schickt den Esau voraus, etwa 100 km südlich zurück in seine Heimat Seir in Edom (und sagt ihm er komme später nach), geht dann selbst aber wenige Kilometer westlich nach Sukkot. (1.Mose 33:14-17) Naja.
 
Isaaks Enkel – die zwölf Stämme Israels
 
Die dritte Generation von Isaaks Familie beginnt mit den Ehen der Söhne. Wie wichtig die Ehe der Kinder auch für die Eltern ist, lernen wir am Beispiel Esau: „Als aber Esau 40 Jahre alt war, nahm er Judith zur Frau, die Tochter Beris, des Hetiters, und Basmath, die Tochter Elonss, des Hetiters; die bereiteten Isaak und Rebekka viel Herzenskummer.“ (1.Mose 26:34f.) Später sagt Rebekka zu Jakob, er solle sich keine Kanaaniterin zur Frau nehmen: „Mir ist das Leben verleidet wegen der Töchter Hets; wenn Jakob eine Frau nimmt wie diese da, von den Töchtern des Landes, was soll mir dann das Leben!“ (1.Mose 27:46)

Rebekka leidet und würde dann lieber sterben. Unsere Ehe hat großen Einfluss nicht nur auf unser Leben, auch auf die ganze Familie. Wie wichtig, dass wir unsere Ehe-Entscheidung nicht ohne Gott treffen!
 
Jakob geht also zu Laban einmal, um vor Esau zu fliehen aber auch, um dort Frauen zu finden die nicht aus Kanaan sind sondern aus der eigenen (Glaubens-)Tradition. Er heiratet dann Lea und Rahel und das Elend geht weiter. Die beiden konkurrieren gegeneinander, wer die meisten Kinder bekommt. Sie geben dem Jakob auch ihre Mägde Bilha und Silpa. Die Beziehungen waren geprägt von Neid und Konkurrenz, nicht von Liebe. (Kap. 30) Heute ist uns ausdrücklich geboten, einen Partner zu haben und ihm treu zu bleiben. (1.Tim 3)
 
Jakobs Familie wächst also und sie haben 12 Söhne plus eine Tochter Dina. Alle Eltern wissen, wieviele Sorgen man sich um seine Kinder machen kann. Wie wird ihr Leben sein? Kommen sie heute gesund wieder nach Hause? Geht es ihnen gut? Haben sie gute Freunde? Sind sie versorgt? Führen sie ein gutes Leben? Leben sie mit Gott und nach seinen Geboten?
 
Jakobs Konflikte scheinen kein Ende zu nehmen. Erst die Zwietracht mit den Eltern und dem eigenen Zwillingsbruder. Dann die Probleme mit seinen Frauen und nun die Kinder:
 
Seine Tochter Dina wird von dem Kanaaniter Sichem vergewaltigt. Was ein Schmerz! Und was tun die Söhne Jakobs? Aus Rache töten sie alle Männer der Stadt und Jakobs Familie muss nach Bethel fliehen. (1.Mose 34) Die Tochter Dina ist entehrt, die Söhne Simeon und Levi sind zu Mördern geworden, und Jakob ist mit seiner Familie wieder auf der Flucht.
 
Wir kennen die Geschichte von Joseph. Sein Vater Jakob liebte Joseph mehr als die anderen. Und wieder sind die Beziehungen gestört. Die Brüder werden neidisch, verkaufen Joseph nach Ägypten und erzählen dem Vater, er sei von einem Tier getötet worden. (1.Mose 37)
 
Und schließlich Juda. Er nahm sich eine Kanaaniterin und zusammen hatten sie drei Söhne. Der erste Sohn Er bekam die Frau Tamar und starb dann aber, weil er böse war in den Augen Gottes. (1.Mose 38) Und so bekam der zweite Sohn Onan die Tamar zur Schwagerehe. Auch Onan starb, weil er gegen Gottes Willen handelte. Den dritten Sohn Schela gab Juda der Tamar nicht weil er Sorge hatte, auch er könnte sterben. Judas kanaanitische Frau starb und Juda wollte zu einer Hure gehen sah dabei aber nicht, dass Tamar sich als Hure verkleidet hat. Und Tamar wurde schwanger und bekam von Juda die Zwillinge Perez und Serach.
 
Was sind das für Familienverhältnisse? Was sind das für Ehen? Was für eine Erziehung?!
 
Teil II: Was wir aus der Geschichte lernen
 
Die Bibel ist Wahrheit, kein Märchenbuch
 
Erstaunlich ist, dass unsere Glaubensväter und ihre Kinder derart gelebt haben. Noch erstaunlicher ist vielleicht, dass uns das in der Heiligen Schrift so offen und ehrlich überliefert wird. Wäre sie von Menschen geschrieben, würde man das bestimmt nicht so erwarten. Vorfahren und Helden (vgl. Hebräer 11) sind immer die Guten, die nichts Böses und nichts Falsches tun. Und wenn doch etwas Schlechtes, dann wohl nicht in diesem Ausmaß: Betrug, Neid, Zwietracht, Gewalt, Mord, Lüge, Hurerei.
 
Die Bibel ist wie ein Spiegel unserer Natur
 
Die Bibel ist von Gott inspiriert. Der Heilige Geist hatte seinen Grund, die Geschichten so überliefern zu lassen. Die Bibel ist uns wie ein Spiegel und zeigt uns die böse und sündige Natur des Menschen seit dem Sündenfall. Wir sind gefallene Schöpfung.
 
Andere Familien haben damals nicht besser gelebt. Im Gegenteil, denken wir an Sodom und Gomorrha. Auch an Lot den Neffen Abrahams, der sich betrunken hat und mit seinen eigenen Töchtern Nachkommen zeugte. Archäologen und Historiker erzählen uns von der gottlosen Kultur Kanaans, die um ein Vielfaches schlimmer war und dazu führte, dass Gott Israel zum Gericht über Kanaan einsetzte und den Israeliten das Land Kanaan gab.
 
Denken wir an unsere eigene Familie und an unser Leben. Wenn wir ehrlich sind, wie sind unsere Familienverhältnisse? Unsere Beziehungen zu den Eltern und Verwandten? Welchen Anteil haben wir daran und welche Verantwortung übernehmen wir für die nächste Generation?
 
Der Mensch ist böse und es ist keiner, der ohne Sünde ist. Das lehrt und zeigt uns die Bibel.
 
Die Bibel erzählt von der Größe und Gnade Gottes
 
Mit der Sünde und dem Versagen des Menschen konfrontiert bekommen wir Depressionen. Es jammert uns, wenn wir über uns und unser Leben nachdenken. Bis hierhin war die Predigt nicht erbaulich, das gebe ich zu. Die Sünde ist groß, die uns hier vor Augen gemalt wird.
 
Aber das ist heute die gute Botschaft: Trotz allem hat Gott Israel erwählt und ist seinen Verheißungen treu geblieben. Trotz dieser Familiengeschichte nennt sich Gott „der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“ (1.Könige 18:36) Gott bekennt sich trotz ihrer Sünde zu diesen Menschen und führt seinen Plan mit ihnen zur Vollendung – nach seiner Verheißung und Treue! Es ist doch sehr bedeutend wenn wir zum Beispiel lesen, dass ausgerechnet Perez der Sohn von Juda und Tamar im Stammbaum Jesu steht!
 
Gott kommt zu den Sündern in diese sündige Welt. Das erwählte Volk Israel ist aus den 12 Söhnen Jakobs und unser Herr Jesus Christus aus dem Stamm Juda! Sein Vorfahre ist Perez! David hatte den Sohn Salomo mit Bathseba der Frau des Urija, den er zuvor umbringen ließ. Auch Salomo ist Teil des Stammbaums. (Matthäus 1:3.7; 2.Samuel 11)
 
Im Römerbrief steht: „Wo das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden.“ (Römer 5:20) Jesus Christus starb für Sünder. Gott hat uns zuerst geliebt. Gott erbarmt sich nicht über den Menschen weil der Mensch gut ist oder alles richtig gemacht hat, sondern weil Gott ihn liebt. Das ist unsere Hoffnung und großer Trost für heute!
 
Damit will ich natürlich nicht sagen, dass unser Leben und unsere Sünde etwa egal sei! Gott ist zornig über die Sünde und wir sollen sie lassen. Aber er gibt uns die Chance der Vergebung und des Neuanfangs in Jesus Christus, der für uns gestorben ist! Er gibt uns den Glauben und die berechtigte Hoffnung, aus einem kaputten Leben doch noch etwas Gutes zu machen. Denken wir auch an Petrus: Er hatte Jesus verleugnet und wurde später Apostel!
 
Der Mensch hat keinen Grund sich zu rühmen. „Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!“ (1.Korinther 1:31) Wir haben einen großen und barmherzigen Gott, der uns Hoffnung für unser Leben schenkt. Ich möchte Mut machen, an diesen Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zu glauben, auf Ihn und seine Treue zu hoffen und mit Ihm zu leben!
 
Amen.


PREDIGT-SERVICE


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