Schoepfung
Gustav Doré


Teil I: Wir leben in einer Welt, die Gott gemacht hat - Was bedeutet das?
  1. Der Gott des Ursprungs ist auch ein Gott der Gegenwart
  2. Der Gott der Allmacht ist auch ein Gott der Wunder
  3. Der Gott des Eigentums ist auch ein Gott der Gerechtigkeit
Teil II: Glaube ich an die Schöpfung und an den Schöpfer – Was glaubt die Welt?
  1. Sie glauben an die Urknalltheorie
  2. Sie glauben an einen evolutiven Mechanismus
  3. Sie glauben an die Wirkung großer Zeiträume
Teil III: Was die sechs-Tage-Schöpfung uns heute immer noch lehrt
  1. Es gibt nur einen Gott, der alles gemacht hat
Teil IV: Der Mensch, die Krone der Schöpfung - Was ist mit uns?
  1. Wir sind nur deshalb wertvoll, weil Gott uns liebt
Teil V: Der biblische Rahmen für unser Weltbild – eine Zusammenschau

 

 

Gottes Schöpfung: In was für einer Welt leben wir?

Teil I: Die Welt mit anderen Augen sehen
 
Täglich hören wir Nachrichten von Kriegen und Krisen und wir fragen uns: In was für einer Welt leben wir eigentlich? Was meinst Du? Oder anders: In was für einer Welt lebst DU? Was für ein Weltbild hast Du? Glaubst Du an Gott? Wenn ja, welches Gottesbild hast Du? Glaubst Du an einen großen Gott, der Wunder tut oder an einen kleinen, der weit weg ist und auch nicht helfen kann? Lebst Du mit Gott oder ohne ihn, ist Er Dir vielleicht sogar egal?
 
Die Bibel beginnt mit einer gewaltigen Aussage gleich im ersten Vers: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ Wenn ich darüber nachdenke, dann ändert das alles. Wenn ich das glauben kann, dann auch den Rest der Bibel. Das ändert mein Gottesbild und auch mein Weltbild. Das beantwortet meine Frage und lehrt mich:

„Wir leben in einer Welt, die Gott gemacht hat.“
 
Was bedeutet das, dazu drei Punkte:
 
1. Der Gott des Ursprungs ist auch ein Gott der Gegenwart
 
Wenn ich an die Erschaffung des Lebens glaube, dann auch an die Erhaltung des Lebens. Wenn Gott diese Welt gemacht hat dann kann ich doch davon ausgehen, dass Er sie auch erhält. (Kolosser 1:17)
 
Und wenn ich glaube, dass Gott alles erhält, dann doch auch, dass Er auch mich persönlich trägt und mir heute mein tägliches Brot gibt. (Wir kennen die Bitte aus dem Vater Unser.)
 
Wenn Gott damals dem Menschen diese Erde so wunderbar geformt hat, damit sie darauf leben können, dann sorgt Er doch auch heute für mich persönlich. Oder etwa nicht?
 
„Alle Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ - 1 Petrus 5:7
 
Vielleicht zweifeln wir: Kann Gott das denn?
 
2. Der Gott der Allmacht ist auch ein Gott der Wunder
 
„Er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da.“ - Psalm 33:9
 
Wenn Gott dies alles erschaffen konnte, wenn Er dieses eine große Wunder tun konnte, dann doch auch alle anderen Wunder, die in der Bibel stehen. Wenn Er Wasser und Wein erschaffen konnte, dann kann Er auch Wasser in Wein verwandeln. Wenn die Familie - Mann, Frau und Kinder - Gottes Idee ist, dann konnte Jesus Christus auch von einer Jungfrau geboren werden. Oder etwa nicht?
 
„Ach, Herrr, HERR, siehe, Du hast den Himmel und die Erde gemacht mit deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arm; dir ist nichts unmöglich.“ - Jeremia 32:17
 
Diese Erkenntnis prägt sowohl unser Gebetsleben als auch unsere Beziehung zu Gott. Gott kann mit dieser Welt (und mit uns) tun und machen was er will. Die Bibel vergleicht die Beziehung zwischen Schöpfer und Schöpfung mit der eines Töpfers und seinem Ton. Wenn Er will, kann Er den Ton auch zerschmettern. (vgl. Psalm 2; Jer 19:11; Jes 41:25)
 
Damit kommen wir zum dritten Punkt:
 
3. Der Gott des Eigentums ist auch ein Gott der Gerechtigkeit
 
Wenn ich einen Text schreibe, dann bin ich der Urheber. Wenn ich eine Erfindung patentieren lasse, dann habe ich das Patentrecht. Wenn ich ein Haus baue, bin ich Hausbesitzer.
 
Wenn Gott diese Welt gemacht hat, dann gehört sie Ihm. Dann kann Er sie richten, Er kann sie retten, Er kann sie erneuern. Nicht wie wir denken oder wollen, sondern so wie Er meint dass es richtig ist.
 
Auch Gott schaut sich diese Welt an und fragt sich: In was für einer Welt leben die Menschen dort? Oder anders: Was machen die Menschen in dieser Welt und mit dieser Welt? Gott schaut sich die Nachrichten genauso an wie wir mit dem Unterschied, dass Er darauf reagieren wird. Wir können nichts tun, aber Gott kann. Er kann mit dieser Welt machen was Er will, sie gehört Ihm.
 
            „Die Augen des HERRN sind überall;
                        sie erspähen die Bösen und die Guten.“ - Sprüche 15:3
 
            „Denn die Wege eines jeden liegen klar vor den Augen des HERRN,
                        und Er achtet auf alle seine Pfade!“ - Sprüche 5:21
 
Was meinst Du? Gott sieht, wie ein Mensch dem anderen Unrecht tut. Ist es Ihm egal? Die Bibel sagt: Nein, es wird ein Gericht geben. Und sie sagt auch, dass wir alle schuldig sind. Deshalb hat Gott in Jesus Christus seinen Sohn gesandt, um diese Welt zu retten und die, die an Ihn glauben.
 
„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ - Johannes 3:16
 
Ich wünsche mir, dass Du die Welt mit Gottes Augen siehst und dass Du Gott erkennst, seine Macht, seine Gerechtigkeit, seine Liebe und die Rettung in Jesus Christus.
 
Teil II: Glaube ich denn an die Schöpfung und an den Schöpfer?
 
Was glaubt diese Welt? Was sagen die Menschen, wenn wir Gespräche führen? Was wird den Kindern in der Schule und im Fernsehen gelehrt? Zu Anfang der „Lego-Tage“ wurden die Kinder gefragt was Gott braucht, um einen Menschen zu machen. Viele sagten: Einen Affen!!
 
Welches Weltbild haben viele Deutsche? Woran glauben sie, wenn nicht an den Schöpfer?
 
1. Sie glauben an die Urknalltheorie
 
Sie glauben an einen Knall aus dem Nichts: Es war nichts, und es hat geknallt. Das macht keinen Sinn, denn: Wo nichts ist, kann auch nichts knallen. So einfach ist das. Damit es aber niemand versteht, drückt der Mensch sich komplizierter aus:
 
„Der Urknall hat mit einer einmaligen physikalischen Singularität infolge einer Quanten-Fluktuation von 10-43 Sekunden angefangen.“ (Zitat aus „Evolution“)
 
„Das ganze Potential für ein Firmament von rund 100 Milliarden Galaxien war anfangs in einem Körnchen zusammengepackt, in einem sog. <falschen Vakuum>.“ (=“nichts“)
 
Manche sagen, das Leben komme von einem anderen Planeten. Damit ist die Frage nach unserem Lebensursprung aber nur auf diesen – anderen – Planeten verschoben.

2. Sie glauben an einen evolutiven Mechanismus
 
...der einem solchen Knall gefolgt ist. Daran, dass aus Chaos Ordnung entsteht. Das ist genauso irrsinnig. Wenn es in der Bibliothek knallt, dann entsteht Buchstabensalat aber kein neues oder gar besseres Buch. Alle Kreisläufe (Wasser, Blut, Planeten), alle komplexen Systeme (Kniegelenk, Auge), alle Abhängigkeiten in der Natur (Bienenbestäubung, Biodiversität) konnten nicht schrittweise entstehen und „sich entwickeln“, sondern nur als ganze, fertige Systeme von einem Urheber konstruiert und geschaffen werden.
 
Sie glauben an das Überleben des Stärkeren. Daran, dass der Tod den Fortschritt bringt. Die Schwachen sterben aus, die Starken überleben und der Stärkere hat immer Recht. Es folgt eine unbiblische Ethik mit Praktiken wie Euthanasie, Abtreibung und Sterbehilfe.
 
Die Bibel beurteilt den Tod nicht als positiven Mechanismus zu einer fortschrittlichen Entwicklung, sondern als Strafe über die Sünde. Deswegen können wir auch nicht an eine „theistische Evolution“ glauben, nach der Gott durch eine Evolution erschaffen habe.
 
Aber gibt es nicht auch Anpassungen der Natur an veränderte Lebensbedingungen?
 
Exkurs: Unterscheidung (1) Makro- und (2) Mikroevolution
 
(1) „Aus einer Ursuppe entstanden Bakterien und daraus alle Tiere und die Menschen.“
 
(2) „Gott machte die Tiere der Erde nach ihrer Art...“ - 1. Mose 1:25
 
Wir glauben an natürliche Veränderungen innerhalb der geschaffenen Arten (Mikroevolution) aber nicht daran, dass neue Arten entstehen. Ein Fisch bleibt immer Fisch und wird kein Hase. Der Hase bleibt immer Hase und wird nicht zum Vogel. Der Affe bleibt immer ein Affe und wird kein Mensch! Auch wenn er den aufrechten Gang lernt, kann er noch lange keine Flöte spielen. Wir glauben an evolutive Veränderungen innerhalb der vorhandenen genetischen Informationen. Es entstehen keine neuen Informationen und es wachsen keine neuen Organe. Dem Menschen wachsen niemals Kiemen und keine Flügel, selbst wenn das vorteilhaft wäre.
 
3. Sie glauben an die Wirkung großer Zeiträume
 
...aber die Zeit hilft auch nicht weiter. Es entsteht in der gesprengten Bibliothek auch in Millionen von Jahren kein neues Buch. Es braucht für alles Leben eine intelligente Quelle und für jede Information einen Urheber (vgl. Prof. Gitt). Auch wenn wir hundert (Millionen) Jahre warten, entsteht aus losen Lego-Teilen immer noch kein Haus.
 
Exkurs: Zum Alter der Erde
 
Wie alt ist die Erde? Mehrere Milliarden Jahre oder nur wenige tausend Jahre? Was sagt die Wissenschaft, wie sind die Theorien, was sagt die Bibel und wie lesen wir die Bibel?
 
Ich habe darauf keine echten Antworten, nur Fragen und Anregungen:
 
1. Evolution bedingt eine alte Erde, aber ein hohes Alter der Erde bedingt nicht Evolution.
2. Die Zeit ist abhängig von der Geschwindigkeit, und Gott hat die Himmel „ausgespannt“.
3. Gott hat am ersten Tag das Licht, aber erst am vierten Tag die Sonne erschaffen.
4. Wie lange brauchte die Erde am vierten Tag, Gras und Gewächs „hervorzubringen“?
5. Das hebr. Wort für „Tag“ (jom) wird in 1.Mose 2:4 mit „(Schöpfungs-)Zeit“ übersetzt.
6. Es gibt einen sprachlichen Unterschied zwischen schuf (barah) und machte (asah).
7. Wie „lange“ war die Erde wüst und leer in Vers 2, bevor Gott sprach „Es werde...“?
8. Welches scheinbare Alter hatte Adam (und die Schöpfung), als er erschaffen war?
9. Welche Auswirkungen hatten Katastrophen wie die Sintflut und der Fall Luzifers?
10. Welche – biologisch messbaren – Auswirkungen hatte der Sündenfall?
11. Wie verlässlich sind also die heutigen Datierungsmethoden, was sind ihre Prämissen?
12. Wie haben die Israeliten damals den Text gelesen und verstanden?
 
Anmerkung: Die Fragen sind ehrliche Fragen, die ich mir im Laufe der Jahre gestellt habe. Ich bin kein Anhänger der „Lückentheorie“.
 
=> Schauen wir zurück auf die Schöpfung, überschreiten wir eine Grenze.
 
            „Denn von gestern sind wir und wissen nichts;
                        ein Schatten nur sind unsere Tage auf Erden.“ - Hiob 8:9
 
Wir sollten uns also weniger Gedanken darüber machen, wann und wie Gott geschaffen hat als mehr darüber, was Gott uns durch den Schöpfungsbericht eigentlich sagen will.
 
Teil III: Was die sechs-Tage-Schöpfung uns heute (immer noch) lehrt

Sphären der Schöpfung Regenten der Schöpfung
1. Tag: Das Licht 4. Tag: Sonne, Mond und Sterne
2. Tag: Die Atmosphäre 5. Tag: Fische und Vögel
3. Tag: Das Land 6. Tag: Tiere und Menschen
                                    
Wann, von wem und an wen wurde der Schöpfungsbericht geschrieben? Mose schrieb nach dem Exodus an die Israeliten in der Wüste, die der Irrlehre Ägyptens geglaubt hatten:
 
            „Die Götzen Ägyptens gaben sie nicht auf.“ - Hesekiel 20:8
 
Man hat ägyptische Schöpfungsberichte gefunden mit vielen Ähnlichkeiten zum biblischen Bericht: Gott schwebte über dem Wasser, Sammlung des Wassers, 6-Tage-Schöpfung, Baum des Lebens. Das spricht für eine weit verbreitete Überlieferung mit „Stille-Post-Effekt“.
 
Interessant sind die Abweichungen zum inspirierten, biblischen Bericht: Es gab in vielen Städten Ägyptens einen Tempel und je einen anderen Schöpfergott, d.h. es herrschte Konkurrenz zwischen den Städten und ihren Göttern. In einigen Berichten hatte ein Gott wiederum andere Götter geschaffen. Es herrschte also ein Irrglaube an mehrere, miteinander konkurrierende Götter bzw. Götzen.
 
Daraus ergibt sich eine wichtige Grundaussage des biblischen Schöpfungsberichts an uns genauso wie damals an die Israeliten: Es gibt nur einen (!) – großen – Gott, der alles (!) gemacht hat. Gerade die thematische Ordnung umfasst alles Geschaffene. Es gibt nichts, was Gott nicht gemacht hat.
 
Teil IV: Wir sind Menschen, die Krone der Schöpfung
 
Nun haben wir über Gott geredet, über seine Größe und seine Schöpfung. Was ist mit uns?
 
Gott ist groß. Und was er gemacht hat, ist ein großes Werk. Und als „Krone“ hat er uns gemacht, in seinem Bild, als Mann und Frau, hat uns seinen Odem gegeben und sogar die Aufgabe, über seine Schöpfung zu herrschen.
 
Der Wert des Menschen ergibt sich allein aus seinem Ursprung. Gott ist es, der uns wertvoll macht. Weil Gott unser Schöpfer unendlich „wertvoll“ ist, sind auch wir wertvoll.
 
„Gott liebt uns nicht, weil wir wertvoll sind. Wir sind wertvoll, weil Gott uns liebt.“
 
...und weil er uns liebevoll gemacht hat. Die Sünde trennt uns von Gott und durch den Sündenfall verfehlen wir heute die Herrlichkeit, die wir vor Gott haben sollten. (Römer 3:23) Trotzdem ist Gott unser Schöpfer. Über die Anbetung der Größe Gottes gelangen wir zur Würde des Menschen. Wir brauchen eine gesunde Balance zwischen Gottesdienst und Selbstannahme. Selbsthass, -verachtung und übertriebene Selbstverleugnung sind genauso falsch wie Gottlosigkeit und Götzendienst. Du bist ein von Gott geschaffener und von Gott geliebter Mensch. (vgl. Psalm 8)
 
Teil V: Der biblische Rahmen für unser Weltbild
 
Wer kennt das nicht: Man evangelisiert, lädt in den Himmel ein und der Mensch antwortet: „Ich will gar nicht in den Himmel. Willst Du etwa ewig leben? Ich will, dass es vorbei ist.“
 
Genau, ich will auch dass es vorbei ist. Und es wird vorbei sein: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ - Offenbarung 21:4
 
Die Schöpfung ist im Anfang „sehr gut“, in der Gemeinschaft mit dem heiligen Gott. Der Himmel wird ebenso sehr gut sein. Wenn Gott in sechs Tagen diese Erde gemacht hat, wie sieht dann unsere Wohnung aus, nachdem Jesus über 2000 Jahre daran gewirkt hat? (Johannes 14:2) Wenn diese gefallene Welt schon so schön ist, die Blumen und die Tiere, wie sieht es dann erst im Himmel aus?
 
Über den Sündenfall, Tod und Leiden reden wir beim nächsten Mal. Heute wünsche ich mir, dass wir im richtigen Weltbild leben, dass wir „im Bilde sind“. In der Bibel und im Alltag müssen wir uns im richtigen Rahmen bewegen:

Der Anfang war gut, und das Ende wird auch gut.
 
In was für einer Welt leben wir also?
 
Gott hat diese Welt gemacht. Er hat sie gut gemacht, erst durch die Sünde ist sie verdorben, aber Er wird sie erneuern. Er hat uns gemacht, Er wird uns retten durch Jesus Christus und uns erneuern. Er ist der einzige Gott, und Er ist ein großer Gott. Ihn dürfen wir anbeten, mit Ihm dürfen wir leben.
 
Er ist unser Gott, und wir sind sein Volk. Halleluja!
 
Amen.
 

PREDIGT-SERVICE


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