Abraham und die drei Engel
Gustav Doré (1. Mose 18)


Teil I: Der Schöpfer kommt zu den Menschen

1. Gottes Bündnisse mit den Menschen
2. Gott wurde Mensch in Jesus Christus

Teil II: Die (Land-)Verheißungen an Israel

3. Abrahams leibliche Nachkommen sind die Juden
4. Geistliches Volk Gottes erst im Neuen Jerusalem

Teil III: Israel als Zeugnis für Gottes Treue

5. Gottes einseitige Bundeshandlung
6. Die Erfüllung vor unseren Augen
 


Gottes Bund mit Abraham: Bündnisse, Israel und Gottes Treue

Die Bibel gibt uns viele Zusagen und über allem die des ewigen Lebens. Halten wir als Christen daran fest oder überkommen uns manchmal Zweifel? Stimmt das wirklich, was Gottes Wort uns zusagt? „Sollte Gott gesagt haben?“ Und hält Gott seine Versprechen?!

Gegen alle Zweifel bleiben wir dran, im Gebet, und lesen weiter in der Bibel. Und wir lernen dazu, z.B. von der Geschichte Abrahams. Er war ein Mensch wie wir und lebte mit Gott.

Rückblick: Gottes Zusage an Abraham in 1. Mose 12:1-3

Erinnern wir uns an die letzte Predigt. Gott sprach zu Abraham: „Geh hinaus...“ Sei heilig, sondere dich ab, geh weg von den Gottlosen und denen, die Götzendienst treiben.

Gott versprach Abraham drei Dinge: (1) „in das Land, das ich dir zeigen werde“ (Land); (2) „Ich will dich zu einem großen Volk machen“ (Nachkommen); (3) „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!“ (Segen in Jesus Christus).

Heute lesen wir über Gottes Bund mit Abraham in 1. Mose 15. Dort werden die ersten beiden Punkte noch einmal bekräftigt, das Versprechen von Land und Nachkommen.

Lesen wir 1. Mose 15:1-6; 7.18


Teil I: Der Schöpfer kommt zu den Menschen

Bevor wir über diesen Bund konkret nachdenken ist vielleicht der Gedanke wertvoll, warum Gott überhaupt Bündnisse mit den Menschen schließt. Nicht nur mit Abraham, auch zuvor mit Noah unmittelbar nach der Flut hatte Gott einen Bund geschlossen (1. Mose 9:8), nach Abraham auch mit Isaak und Jakob (2. Mose 6:4), mit dem Volk Israel den Gesetzesbund am Berg Sinai (2. Mose 20), dann den Bund mit König David (2. Samuel 7:16; 23:5) und schließlich den Neuen Bund in Jesus Christus. Warum?

Wenn wir heute Verträge abschließen, dann immer zur Leistung und Gegenleistung. Wenn wir in ein Geschäft gehen und z.B. Schuhe kaufen, dann zahlen wir einen Preis für die Schuhe. Der Verkäufer gewährleistet, dass die Schuhe neu und in Ordnung sind und wir leisten dafür Geld. Verträge zwischen Menschen gleich welcher Art sind immer zweiseitig.

Vergleichen wir das mit den Bündnissen zwischen Gott und den Menschen. Sind die zweiseitig? Gott schenkt uns das Leben und seine Verheißungen, und was geben wir als Gegenleistung? Was können wir geben? Braucht Gott irgend etwas? Nein, Gott ist erhaben, er genügt sich selbst und ist von uns Menschen nicht abhängig.

Es gibt ein neues Buch: „Gott braucht dich nicht.“ Das stimmt also, aber das Schöne ist doch: „Er will dich trotzdem gebrauchen.“ Oder besser: „Er will Gemeinschaft mit dir.“ Er will dir Gnade und Segen schenken, seinen göttlichen Bund mit dir eingehen. Gott kommt herab zu uns Menschen, das war damals bei Abraham so und das ist heute noch so.

Das ist die Liebe Gottes zu seiner Schöpfung: Gott kommt zu uns. Den höchsten Ausdruck findet das in Jesus Christus: Gott wurde Mensch, und durch seinen Opfertod hat Er den Neuen Bund aufgerichtet. Wir sind heute eingeladen, durch Glauben diesen Bund einzugehen.

Gott kam damals herab zu Abraham und auch heute noch kommt Gott zu uns.

Teil II: Die (Land-)Verheißungen an Israel

Schauen wir jetzt auf den Bund Gottes mit Abraham in 1. Mose 15. Das ist eine Fortsetzung oder Bekräftigung der ersten Verheißung an Abraham in Kapitel 12.

Exkurs: Israel und die Gemeinde – ein Baum, verschiedene Zweige

Ganz allgemein möchte ich zum Thema „Israel und die Gemeinde“ auf ein Bild aus Römer 11 hinweisen. Paulus vergleicht dort Israel mit den Zweigen eines edlen Ölbaums und sagt, die Heiden sind wie Zweige eines wilden Ölbaums in den edlen Ölbaum eingepfropft worden. Es ist also ein Baum, aber es sind verschiedene Zweige - natürliche und eingepfropfte.

Wenn wir uns also das Alte Testament und die Verheißungen anschauen, dann gelten sie zuerst dem Volk Israel, aber natürlich haben wir als Christen heute auch Anteil daran. Wir dürfen nicht den Fehler machen, nur auf den Baum zu schauen (Ersatztheologie) oder aber nur auf die Zweige. Epheser 2:14 betont, Christus hat "aus beiden eins gemacht."

Mit diesen Gedanken zurück zu 1. Mose 15. Was hat Gott verheißen?
 

1. Eine Nachkommenschaft so zahlreich wie die Sterne

Abraham war bereits etliche Jahre alt, vielleicht 80 Jahre. Abraham klagte vor Gott: „Ich gehe kinderlos dahin.“ (V.2) Er hatte keine Hoffnung mehr, doch Gott verhieß ihm Nachkommen und eine große Familie. Später bekam Abraham weitere Zusagen und schließlich gebar Sarah den Isaak. Isaaks und Rebekkas Söhne waren die Zwillinge Esau und Jakob. Jakob wiederum hatte 12 Söhne, aus denen die 12 Stämme Israels hervorkamen.

Dem Abraham wird hier vor allem das Volk Israel verheißen.

2. Ein Landbesitz vom Nil in Ägypten bis zum Euphrat

Noch lebte Abraham in Kanaan und hatte kein eigenes Land, weder erworben noch erobert. Er war ein Fremder und ein Wanderer. Doch Gott offenbarte ihm, dass dieses Volk Israel genau dieses Land bekommen wird. Gott prophezeite die Gefangenschaft in Ägypten und dann die Landeinnahme Kanaans. Dies ist das Land, in das Gott den Abraham und später Israel führte.

Diese beiden Zusagen gelten also zuerst dem Volk Israel. Also, was geht uns das an?

Erinnern wir uns an den Baum aus Römer 11. Wir haben Anteil an den Verheißungen. Ein Link aus dem Alten Testament zum Neuen Testament ist z.B. der Vers 6:

„Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an.“

Er ist uns ein Glaubensvorbild, wie es dann auch im Neuen Testament gelehrt wird. In den Briefen Römer und Galater lehrt Paulus so über das Wesen des christlichen Glaubens. Und wenn Abraham das Land Kanaan verheißen wurde, dann uns das „Neue Jerusalem“ in der Offenbarung. Dort werden wir wohnen als ein Volk Gottes aus allen Nationen. Auch davon ist Israel ganz sicher ein Abbild. Hier eine Übersicht mit Verweisstellen:


Teil III: Israel als Zeugnis für Gottes Treue

Doch bleiben wir bei dem Gedanken: die Landverheißung erging zuerst an das Volk Israel. Und schauen wir genau hin und lesen dazu noch 1. Mose 15:7-17

Zu Anfang habe ich gefragt: Zweifeln wir manchmal? Auch Abraham hatte seine Zweifel und nachgehakt: „Woran soll ich erkennen?“ Und was tut Gott? Ist das nicht seltsam, verstehen wir das? Er ließ den Abraham Tiere zerteilen und ging dann als Feuersäule selbst zwischen den Teilen hindurch, während Abraham wohl noch schlief. Ein einseitiger Bundesschluss mit der damals üblichen Handlung, die folgende Bedeutung hatte: „Ich gehe durch die toten Tiere und wenn ich den Bund breche, soll es mir genauso ergehen wie diesen zerteilten Tieren.“

Was eine Aussage!

Gott steht zu dem, was er verspricht. Er ändert seine Meinung nicht und er gibt auch nicht etwa auf, weil er seine Versprechen nicht halten könnte. Sein Wort bleibt fest bestehen und seine Zusagen erfüllen sich. Im Rückblick zweifeln wir noch weniger als Abraham:

Schauen wir auf die Prophetie: Israel wird 400 Jahre lang in Ägypten sein und dann wieder zurückkommen und das Land einnehmen. Die Bibel ist voll von Prophetien, und heute sehen wir, wie sie sich erfüllt haben. Schauen wir auf 1948: die Staatsgründung Israels. Die Erfüllung der Verheißungen Gottes direkt vor unseren Augen! Gott ist treu - zweifeln wir noch?

Schlussgedanken

Betrachten wir die heutigen Verheißungen und schauen wir auf Israel und lernen wir über Gott. Nehmen wir dann eine andere Verheißung, z.B. die aus Philipper 3:20-21

„Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so daß er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit.“

Das ist eine herrliche Zusage an alle, die an Jesus Christus glauben. Keine Krankheit mehr, kein Tod, keine Tränen. Aber glauben wir das wirklich – oder zweifeln wir? Heute ist die Chance zu sehen, dass Gott alle seine Zusagen erfüllt.

Lernen wir aus der Geschichte Israels.

Amen.

 

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